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Sonja Lorenz

Dipl. Psychologin &

Systemischer Coach

 

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So gelingt dir eine Beschwerde-freie besinnliche Adventszeit

 

Wie wäre es, den Advent zur Beschwerde-freien Zeit zu erklären? Nicht jammern. Nicht meckern. Nicht lästern. Nicht beschweren. Einen Monat lang bis ins neue Jahr.

 

„Warum regnet es denn jetzt schon wieder?“

„Ja, schnapp mir ruhig die einzige Parklücke vor der Nase weg, du Dussel.“

„Kann denn nicht zur Abwechslung mal ein schöner Film im Fernsehen kommen?“

„Na toll, jetzt ist das auch noch ausverkauft.“

„Immer ich!“

 

Jammern – auf hohem oder auch niedrigem Niveau.  Hand auf’s Herz. Wie hoch ist dein Jammer-Pegel?  Sich beschweren, beklagen, aufregen, jammern, schimpfen, lästern – das tun wir doch alle mal. Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid, damit sind wir ja schon aufgewachsen. Jammern schafft kurze Erleichterung, manchmal schafft es auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Und nicht selten verschafft es Aufmerksamkeit. Wer aber ständig jammert und auch noch über die immer gleichen Dinge, der bekommt irgendwann auch keine Zuwendung mehr, denn dann wird es auch für die Zuhörer anstrengend.

 

Beklagen und beschweren, ohne etwas zu ändern, ist eine Form von Selbstmitleid. Und nicht nur für das Umfeld anstrengend. Unsere Energie folgt unserer Aufmerksamkeit. Wenn wir uns laufend auf Negatives konzentrieren, dann lenken wir auch unsere Aufmerksamkeit darauf. Und wir achten wiederum mehr auf Dinge, die uns stören (könnten). Wir beschäftigen uns damit, sei es weil wir uns kurz aufregen (auch wenn kurzes „Dampf ablassen“ manchmal hilfreich sein kann, aber eben „manchmal“ und „kurzes“), oder uns immer wieder darüber beschweren. Dies ist ein Kreislauf, der Stress fördert und sicher nicht zu guter Laune führt. Wenn wir Negatives denken oder kommunizieren, werden Stresshormone erzeugt, die unsere Problemlöse-Fähigkeiten blockieren können. Und ganz nebenbei ziehen wir jammernd auch noch unsere Familie, Freunde oder Kollegen runter, Passiv-Jammern quasi.

 

 

 

„Es regnet.“ (ist erstmal eine Tatsache)

 

„Ich kann den Regen echt nicht mehr sehen. Jetzt muss ich auch noch mit dem Hund raus und werde schon wieder klatschnass.“ (ist Beschweren)

 

„Ich hoffe, die Sonne scheint bald mal wieder längere Zeit.“ (ist besser ;- )

 

„Es regnet immer noch. Ich warte noch eine halbe Stunde, vielleicht hört es auf, oder ich mache heute nur eine kurze Hunde-Runde.“ (Oder ich packe mich samt Hund regenfest ein. Oder ich springe erst in Gummistiefel und dann in Pfützen. Oder ich freue mich zumindest darüber, dass ich die Hundewiese bei dem Wetter ganz für mich allein habe. Oder ich nehme es, wie es eben ist, und freue mich vielleicht sogar darüber, dass ich einen Hund habe (und noch dazu der tollste Hund der Welt ;- ), dass ich überhaupt Regenkleidung habe, oder dass ich einen Job habe, bei dem ich in der Regel nicht den ganzen Tag bei Wind und Wetter draußen sein muss…)

 

 

 

Was bringt dich auf die Palme – und was wieder runter?

Wenn du dich immer wieder über die gleichen Dinge oder Menschen aufregst, ist es vielleicht Zeit, etwas zu ändern. Kluge Menschen haben festgestellt, dass wir die Dinge, die uns stören, ändern sollten. Und wenn wir etwas nicht ändern können, sollten wir unsere Einstellung dazu ändern. Was möchtest du also ändern oder vielleicht auch einfach mal so akzeptieren, wie es – unveränderbar - ist?

 

 

 

Ich bin für BESINNLICHKEIT STATT BESCHWEREN

Wie wäre es, den Advent zur Beschwerde-freien Zeit zu erklären? Nicht jammern, nicht meckern, nicht lästern, nicht beschweren. Einen Monat lang bis ins neue Jahr (und vielleicht wird es ja sogar eine neue, liebgewonnene und gesunde Angewohnheit für 2020, wer weiß?). Kein Beschweren über etwas oder jemanden mehr, ohne Lösungsideen mitzuliefern. 

 

 

Okay, soweit die Theorie. Was in der Praxis bei diesem schönen Selbstversuch helfen kann, sind kleine Reminder im Alltag. Erzähle den Menschen in deinem Umfeld von deinem Vorhaben. Ich bin zuversichtlich, dass sie dich darauf hinweisen werden, wenn du gerade gedankenlos oder aus alter Gewohnheit in den Beschwerde-Modus verfällst. 

 

Schaff dir kleine sichtbare Erinnerungen. Häng ein Bild, das für dich ein Symbol für "Nicht-Jammern" ist, an den Kühlschrank oder den PC. Vielleicht auch einfach ein Post-it mit Smiley. 

 

Und dann kommt der nächste Trick zum Einsatz. Nimm dir morgens eine Handvoll getrockneter kleiner Bohnen oder Linsen in eine Hosentasche – oder im Büro auf eine Seite des Schreibtisches. Und immer, wenn du dich dabei ertappst, ins Jammern, Beschweren, Meckern etc. zu verfallen, wandert eine Bohne in die andere Hosentasche oder auf die andere Schreibtischseite. Wie sieht deine Bilanz aus am Tagesende? Wie in den ersten Tagen und wie wird es sich vielleicht entwickeln? 

 

 

 

Vielleicht ist die Adventszeit eine gute Gelegenheit, die eigene kleine Welt ein bisschen positiver zu sehen. Nicht mehr unnötig aufregen. Nicht mehr beschweren über Dinge, die wir gerade nicht ändern können oder wollen. Andere weniger mit Negativem überschütten und passivem Jammern aussetzen. Sich auf das Gute besinnen. Vielleicht auch auf das möglicherweise Gute an dem, was vermeintlich stört. Alles etwas gelassener und entspannter betrachten. Besinnlichkeit statt Beschwerden. Ich finde, es ist ein Versuch wert.

 

 

Wie auch immer du den Advent verbringst – ich wünsche dir eine schöne Vorweihnachtszeit!