Kontakt

Sonja Lorenz

Dipl. Psychologin &

Systemischer Coach

 

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Ich höre nichts, was ich nicht will...

 

Achtsame Momente im Trubel Ihrer Alltagsgeräusche

Ein Vorteil meiner Selbstständigkeit als Coach ist es, dass ich mein „Büro“ flexibel verlegen kann: Coachingraum, Küchentisch, Park oder Balkon. Mit Laptop, Ordner, Block und Büchern bin ich ungebunden. Das ist etwas, was definitiv zu meiner persönlichen Work-Life-Balance beiträgt.

 

Auch wenn ich im Park oder auf meinem Balkon arbeite, gibt es Momente, in denen ich vollkommen in meine Arbeit vertieft bin. (Ja, es gibt auch andere Momente... Hey, ich bin auch nur ein Mensch!) Ich höre die alltäglichen Geräusche um mich herum im Hintergrund: 

Nachbarn, die kommen und gehen; Hunde, die in Entfernung bellen; das Treiben auf den umliegenden Straßen, und je nach Witterung und Tageszeit auch die Natur mit Vogelzwitschern und Bienensummen. (Mein Balkon ist überdacht und auch Regen kann mich nicht vom Outdoor-Arbeiten aufhalten. Hatte ich schon erwähnt, dass ich diese Vorzüge genieße? :) Ab und an höre ich auch entfernte Gespräche, die für mich als Hintergrundgeräusche meist „dahinplätschern“. Höre ich aber eine mir gut bekannte Stimme oder passiert etwas, das für mich wichtig sein könnte, ist meine Aufmerksamkeit da. Obwohl ich den Hintergrundgeräuschen gar keine Aufmerksamkeit geschenkt habe. Zumindest nicht bewusst.

 

Tatsächlich hören wir selektiv eher Inhalte, die für uns von Bedeutung sind, das haben auch Untersuchungen gezeigt. Studienteilnehmern wurde eine bedeutungsvolle Nachricht über Kopfhörer vorgespielt. Diese Nachricht wurde jedoch zerstückelt und mit bedeutungslosen Wörtern vermischt. Außerdem wurden die Teile der Nachricht, die Sinn ergeben, als einzelne Wörter abwechselnd rechts und links im Kopfhörer abgespielt. Die Teilnehmer hörten also bspw. rechts im Kopfhörer „Hunde sechs Flöhe“ und gleichzeitig links im Kopfhörer „acht kratzen zwei“. Die Menschen, die an dieser Untersuchung teilnahmen, konnten recht problemlos den Inhalt der sinnvollen Nachricht wiedergeben. Wir sind also darauf trainiert, für uns bedeutungsvolle akustische Reize wahrzunehmen, selbst wenn diese mit anderen weniger bedeutenden gemischt sind. Wir können das ganz gut und haben das wahrscheinlich auch unseren Vor-Vorfahren mit zu verdanken. Sie wissen schon: Höhle, Wildnis, knackender Ast, Säbelzahntiger…

 

Was wir wann wahrnehmen, ist aber auch trainierbar. Mit Achtsamkeitsübungen können wir unsere Aufmerksamkeit bewusst steuern, bspw. auf das Vogelgezwitscher in unserer Umgebung. Und alle anderen Geräusche ausblenden. Außerdem haben wir selbst in der Hand, wieviel Aufmerksamkeit und auch Bedeutung wir Umgebungsgeräuschen schenken. Manche Mieter in Mehrparteien-Häusern registrieren es kaum, wenn in der Wohnung über ihnen Kinder toben. Andere fühlen sich permanent gestört. Und jeder Mensch, der schon mal in der Nähe von Bahnschienen gelebt hat, weiß zu berichten, dass man die Züge irgendwann nicht mehr „hört“.

 

Schaffen Sie sich achtsame Momente im Trubel Ihrer Alltagsgeräusche:

Meine Hündin Fine reagiert auf Kirchenglocken. Sie schaut dann aufmerksam. Vielleicht verbindet sie mit dem Geräusch etwas Bestimmtes – sie war bereits drei Jahre alt, als sie zu mir kam. Vielleicht versucht sie auch auszumachen, woher das Geräusch kommt. Ich habe mir seit dem jedenfalls angewöhnt, die Augenblicke des Glockenläutens für eine kurze Alltags-Achtsamkeit zu nutzen: Ich höre zu, fokussiere mich auf das Läuten, blende die anderen Geräusche der Umgebung aus, und atme bewusst. Ein zwei Minuten Achtsamkeit trotz Alltag. Es muss eben nicht immer die halbstündige Meditation sein.

 

Suchen Sie sich alltägliche Situationen für kurze Achtsamkeits-Alltags-Auszeiten: Die Haltestopps der Bahn, die rote Ampel, die Warteschlange im Café oder beim Bäcker, das Ziehen des Tees… Nutzen Sie diese kurzen Momente, um innezuhalten, bewusst zu atmen, und sich auf bestimmte Geräusche zu konzentrieren oder auch den Alltag auszublenden und nur auf ihren Atem und Herzschlag zu hören.

 

Und keine Angst – auch wenn Sie Geräusche gut ausblenden können sorgt der sogenannte „Cocktail-Party-Effekt“ dafür, dass Sie bei wesentlichen Informationen mit Ihrer Aufmerksamkeit schnell wieder „da“ sind. Hören wir bspw. unseren Namen, ist unsere Aufmerksamkeit auch im Party- oder Alltagstrubel da. Ausnahmen soll es auch hier geben? Vielleicht ein Fall von Hören und Hören wollen. Je nach Situation sollen Lebenspartner, Kinder oder Hunde ja auch schon mal selektive Taubheit entwickeln J

 

 

Sie möchten mit allen Sinnen achtsam sein? Mehr Tipps zu Achtsamkeit trotz Alltag gebe ich regelmäßig auch in meinen Workshops. Schauen Sie vorbei -  Sie sind herzlich willkommen!