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Sonja Lorenz

Dipl. Psychologin &

Systemischer Coach

 

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Tipps für ein Bewerbungsanschreiben

Foto: j-kelly-brito-auf-unsplash

  

 

Bewerben heißt, Werbung für sich machen. Da wollen Sie mit Ihrem Anschreiben punkten. Also los: „Ich bin Ihr Mann!“ oder „Meine herausragenden Fähigkeiten und Kenntnisse werden Sie garantiert überzeugen.“ Bitte nicht.

 

Hiermit übersende ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen, da mich die Stelle sehr interessiert.“ Besser? Anders, aber nicht besser. 

Überzeugen Sie mit Ihren Fähigkeiten, Ihren Kenntnissen, Ihren Erfahrungen und / oder Ihrer Motivation für diese Stelle bei diesem Arbeitgeber. Schreiben Sie im ersten Absatz, warum Sie gerade diese Stelle oder diesen Ausbildungsplatz haben möchten. Und warum der Arbeitgeber gerade Sie einstellen sollte. 

 

Im nächsten Absatz geht es dann darum, dies zu untermauern. Welche Anforderungen und Tätigkeiten sind mit dem Ausbildungsplatz oder der Arbeitsstelle verbunden? Haben Sie diese oder ähnliche Tätigkeiten bereits ausgeübt? Dann berichten Sie davon. Was haben Sie getan, was Sie für diesen Job qualifiziert? Wie umfangreich? Wie lange? Wenn Sie noch keine entsprechenden Erfahrungen mitbringen, weil Sie einen Quereinstieg oder eine Ausbildung suchen: Was motiviert Sie besonders für diesen Arbeitsbereich? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten bringen Sie mit, die passen? Wobei haben Sie die schon unter Beweis gestellt? 

 

Geben Sie Ihrem möglichen neuen Arbeitgeber die Chance, Sie kennenzulernen. Schreiben Sie bildhaft. Erwähnen Sie Beispiele und lassen Sie Bilder im Kopf des Lesers Ihres Anschreibens entstehen. „Ich bin teamfähig, belastbar und engagiert.“ Darüber liest man hinweg, das liest man in (zu) vielen Bewerbungen. „Ich war Mentor und Ansprechpartner für neue Kollegen.“ / „Ich war Ersthelfer in meiner Schule.“ Damit können Sie Erinnerung bleiben und sich abheben aus einer Vielzahl an Bewerbern.

 

 

 

Was ist noch wichtig bei einem aussagekräftigen Bewerbungsanschreiben? Und wie wird ein Anschreiben aufgebaut? Hier kommen Tipps für Ihre aussagekräftige Bewerbung.

 

Der Aufbau des Bewerbungsanschreibens:

  • Ihr Vor- und Nachname
  • Straße und Hausnummer
  • Postleitzahl und Ort
  • Telefon (ggf. zwei Zeilen untereinander für Festnetz und Handy)
  • E-Mail-Adresse
  • vier Leerzeilen
  • Name und Firmierung des Arbeitgebers
  • Ansprechpartner
  • Straße und Hausnummer vom Arbeitgeber
  • Postleitzahl und Ort vom Arbeitgeber
  • Ort, Datum (rechtsbündig)
  • drei Leerzeilen
  • Betreff
  • zwei Leerzeilen
  • Anrede
  • eine Leerzeile
  • Text des Anschreibens
  • eine Leerzeile
  • Grußformel
  • Unterschrift

 

 

Weitere Tipps für Ihr Anschreiben:

 

  • Rechtsbündig in die Zeile unter der Postleitzahl und dem Ort des Arbeitgebers: Eigener Wohnort, Datum (kein „den“): 06.03.2017 oder 6. März 2017
  • Betreff: Ohne das vorangestellte Wort „Betreff“; fett formatieren („Bewerbung als xyz“)
  • Mögliche zweite Zeile des Betreffs: Quelle des Stellenangebots („Ihr Stellenangebot auf indeed.de vom xx.yy.zzzz“)
  • „zu Händen/ z.Hd.“ beim Ansprechpartner des Arbeitgebers schreibt man nicht mehr. Da man es aber noch „dazu denkt“, schreibt man „Herrn Müller“ (wie bei „Zu Händen…“ oder  „An den…“ Herrn Müller).
  • Wenn Sie den Ansprechpartner / die Ansprechpartnerin kennen, richten Sie das Bewerbungsschreiben direkt an ihn / sie: „Sehr geehrte Frau Maier,“ oder „Sehr geehrter Herr Müller,“
  • Kennen Sie den Ansprechpartner nicht und können Sie ihn auch nicht recherchieren, verwenden Sie „Sehr geehrte Damen und Herren,“
  • Der erste Satz des Anschreiben-Textes wird klein geschrieben, wenn Sie nach Nennung des Ansprechpartners ein Komma gesetzt haben.
  • Die eigene Kontaktdaten (Name und Adresse) schreiben Sie klein in Schriftgröße sieben oder acht als Absender-Adresse über die Kontaktdaten des Arbeitgebers, wenn die Bewerbung per Post in einem Fenster-Briefumschlag versendet wird.
  • Eine „klassische“ Gliederung des Textes vom Anschreiben ist folgende: Einstieg (Hauptargumente, Interesse wecken), Fachliches (Qualifikation, Erfahrung), Persönliches (Soft Skills, Fähigkeiten, persönliche Eigenschaften), Rahmenbedingungen (Gehaltsvorstellung, Eintrittstermin, Probe-Arbeitstage, Bezug zu möglichem Vorstellungsgespräch)
  • Ein Absatz soll immer mindestens zwei bis drei Sätze enthalten und mit einer Leerzeile vom nächsten Absatz getrennt sein.
  • Wenn Sie mit dem Arbeitgeber telefoniert haben, beziehen Sie sich im ersten Satz darauf.
  • Verfassen Sie kurze Sätze.
  • Wenn Ihre Erfahrungen, Kenntnisse und / oder Qualifikationen sehr gut zur neuen Stelle passen, ist es eine mögliche Variante, diese mit drei bis fünf Aufzählungszeichen und kurzen Begriffen in das Anschreiben aufzunehmen. Der Vorteil ist, dass der Blick des Lesers sofort darauf fällt.
  • Wenn Sie in der Stellenausschreibung aufgefordert werden, Ihren Eintrittstermin und / oder Ihre Gehaltsvorstellung zu nennen, gehört dies in den letzten Absatz des Anschreibens.
  • Nennen Sie Ihre Gehaltsvorstellung als Brutto-Jahresbetrag. Geben Sie ggf. eine Gehaltsspanne an.
  • Beenden Sie das Anschreiben mit einer Grußformel: „Mit freundlichen Grüßen“ / „Mit freundlichem Gruß“ / „Freundliche Grüße“
  • Im Anschreiben wird die „Anlage“ nicht mehr aufgeführt.
  • Das Anschreiben ist keine 1:1 Zusammenfassung vom Lebenslauf.
  • Nennen Sie eher Zeiträume als Zeitpunkte („mit über fünf Jahren Erfahrung…“ statt „Von Mai 2011 bis September 2016 …“).
  • Eher „Ein kurzfristiger Einstieg ist mir möglich.“ als „Ich bin ab sofort für Sie verfügbar.“ oder „Beginnen könnte ich ab dem 1. Oktober.“
  • Das Anschreiben sollte eine Seite umfassen.

 

Das Anschreiben sollte zu Ihnen passen. Ich empfehle, den Text wirklich selbst zu schreiben, auch wenn Sie sich aus dem Internet Tipps holen oder Beispiele lesen. Kopieren Sie nicht einfach nur die Anschreiben anderer. Wenn das Anschreiben nichts mit Ihnen zu tun hat, viel selbstbewusster oder zurückhaltender geschrieben ist, als Sie es sind, dann zeigt sich das spätestens im Vorstellungsgespräch oder in der Probezeit. Das heißt nicht, dass Sie sich nicht Unterstützung bei der Gestaltung und Formulierung einer Bewerbung suchen können, wenn Sie wenig Erfahrung damit haben oder es Ihnen schwer fällt, eine Bewerbung zu erstellen. Aber auch ein guter Coach wird darauf achten, dass es Ihre (!) Bewerbung ist und nicht eine Bewerbung. 

 

 

Weitere Tipps für Ihre Bewerbungen lesen Sie hier.